Mit einem Sinn im Leben geht es leichter

Mit einem Sinn im Leben geht es leichter

Wir Menschen brauchen einen Sinn im Leben, um psychisch gesund zu bleiben. Das wusste schon Viktor Frankl, der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Logotherapie und Existenzanalyse gründete. Er hob sich damit vor allem von seinem Lehrer Sigmund Freud ab, der den Menschen eher als triebbestimmtes Wesen sah. Frankl hingegen sah den Menschen vor allem als „nach Sinn suchend“ an. Er beobachtete, dass viele Menschen, denen der Sinn im Leben fehlte oder verloren gegangen war, psychisch krank wurden.

Die Thesen von Frankl sind auch heute noch von großer Relevanz. Unsere Gesellschaft ist zunehmend von Depression und im beruflichen Kontext Burnout geprägt. Auch viele junge Menschen sind bereits davon betroffen. Mit der Brille Frankls betrachtet, macht diese Entwicklung „Sinn“: Viele Menschen leisten in ihren Jobs unglaublich viel und geben ganz viel von ihrer Lebensenergie. Jedoch bekommen sie dafür auf seelischer Ebene nichts zurück. Über kurz oder lang sind sie völlig ausgebannt – sie haben alles gegeben und nichts bekommen! Wie Frankl bereits feststellte, bekommen Menschen mit einem Sinn im Leben durch ihre Tätigkeit seelische Nahrung und sind daher vor Auslaugung geschützt. Sie sind auch eher bereit, Frustrationen in Kauf zu nehmen, weil sie ein langfristiges Ziel im Auge haben.

Viele junge Menschen scheitern an den Vorgaben der Leistungsgesellschaft – sie sind oft hoch motiviert und haben viele kreative Ideen, jedoch oft schnell desillusioniert von einem wenig sinnstiftenden Job. Noch stärker gefährdet sind die, die dem emotional anstrengenden Zustand von Arbeitslosigkeit und entmutigender Arbeitssuche nicht mehr Stand halten und dann psychisch krank werden.

Sobald sich Menschen mit etwas beschäftigen, das für sie Sinn macht, schöpfen sie Lebenskraft daraus. Sie beginnen, sich selbst als wertvoll zu empfinden. Dadurch sind sie weniger angewiesen auf Leistungsbestätigung von außen. Es stellt sich schließlich eine Lebenszufriedenheit ein, wenn mensch das tut, was für sie oder ihn sinnvoll ist. Interessant scheint in diesem Zusammenhang auch, dass Frankl der Meinung war, dass nur ein gemeinnütziges Ziel als Lebenssinn den Menschen wirklich glücklich machen kann.

 

[Bildnachweis: Bigstock/ evgeny atamanenko]

 

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