Der Weg von der Prinzessin zur Königin (auch für Männer lesenswert :-))

Der Weg von der Prinzessin zur Königin (auch für Männer lesenswert :-))

Im heutigen Beitrag möchte ich über Prinzen und Prinzessinnen, über Könige und Königinnen sprechen. Obwohl mein Fokus in diesem Beitrag mehr auf die weibliche Entwicklung Prinzessin-Königin gerichtet ist, werde ich auch über die männliche Seite Prinz-König sprechen.

Die Entwicklung von der Prinzessin zur Königin ist ein natürlicher Prozess, wenn Frauen beginnen, sich ihrer Konditionierungen aus Kindheit und Gesellschaft bewusst zu werden. Wird dieser Prozess nicht unterstützt, kann es vorkommen, dass eine Frau einen großen Teil ihres Lebens als Prinzessin verbringt. Die Prinzessin möchte vor allem geliebt werden. Dies ist an sich ein schöner Wunsch. Doch ist dieser Wunsch bei ihr so groß, dass sie dafür sehr viel tut, wenn nicht sogar Alles gibt. Für die Liebe opfert sie ihre Würde und ihren Freiraum. Diese Muster der Prinzessin kommen oft aus einer Kindheit, in der die Liebe des Mädchens zum Vater nicht in ihrer reinen Form möglich war. Frauen sind daher in ihrem späteren Leben immer wieder auf der Suche nach einem Prinzen, der ihnen diese Liebe gibt. Sie kommen jedoch nie an, ihre Suche wird immer wieder enttäuscht. Ein sehr wichtiger Schritt im Leben einer Frau ist daher der Schritt von der suchenden Prinzessin zur Königin, die in sich ruht und weiß, dass sie bereits gefunden hat. Dieser Schritt wird oft dann möglich, wenn sich Frauen durch Beratung oder Therapie unterstützen lassen.

Die Köngin hat im Gegensatz zur Prinzessin ihr eigenes Reich, über das sie uneingeschränkt herrscht. Auch wenn sie in Beziehungen mit anderen Menschen geht, vor allem mit Männern, gibt sie dieses Reich niemals auf. Sie kennt ihren Wert und ist sich ihrer Würde sehr bewusst. Sie trifft Entscheidungen zum Wohl aller und bezieht dabei sich selbst mit ein. Sie weiß, dass sie nur in ihrer Kraft sein kann, wenn sie sich selbst als den wichtigsten Menschen in ihrem Leben betrachtet. Ihre Suche nach Liebe hat aufgehört, denn sie hat erkannt, dass sie selbst die Quelle von Liebe ist und dies nicht von einem Mann abhängt. In ihren Beziehungen zu Männern ist sie daher bewusst und klar, sie kommuniziert ihre Bedürfnisse und verhandelt die Rahmenbedingungen der Beziehung so, dass sie sich darin wiederfindet.

Das männliche Gegenstück zur Prinzessin ist der Prinz. Sein größtes Streben ist die Suche nach der Freiheit. Er versucht diese Sehnsucht nach Freiheit auch in seinen Beziehungen zu Frauen zu finden. Da dies unmöglich ist, scheitern auch seine Beziehungen immer wieder und er lässt sich nie tief auf eine Frau ein aus Angst, seine Freiheit zu verlieren. Ein solches Beziehungsmuster ist oft bei Männern zu beobachten, die sich innerlich noch nicht von ihrer Mutter gelöst haben. Die unbewusste Angst ist, die mütterliche LIebe zu verlieren, wenn man(n) seine Freiheit lebt. Für den Prinzen ist daher der Schlüssel auf seinem Weg zum König zu erkennen, dass die Freiheit in ihm selbst liegt und nicht von seiner Beziehung zu einer Frau abhängt. Auch dieser Prozess kann durch Beratung oder Therapie unterstützt werden.

Kurze Übung für Frauen (und für Männer, wenn man Prinz und König statt Prinzessin und Königin einsetzt):

Nimm dir 5 Minuten Zeit und stell dir vor, dass du in der Rolle einer Prinzessin dein Leben lebst. Beantworte dir dabei folgende Fragen: Wie sieht dein Leben aus? Wie viel Verantwortung hast du bzw. wie stark bestimmst du dein Leben? Wie ist deine Beziehung zu Männern?

Nun stell dir vor, dass du als diese Prinzessin deinen eigenen Thron besteigst, zur Königin gekrönt wirst und dein eigenes Reich regierst. Was ist anders? Wie beantwortest du nun die oben stehenden Fragen?

 

[Bildnachweis: fotolia/ grape_vein]